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hinterauer.info

Baumschnitt Fruchtbäume,
Apfel, Birne, Kirsche, Marille
und andere.

Das Schneiden der Bäume ist eine kleine Kunst, daher gibt es eine Ausbildung als "Baumwart" 
oder man lernt von Menschen die sich schon jahrelang mit dem Schneiden befassen 
und ihre "Taten" auch in den Folgejahren überprüfen konnten. 
 
Jeder hat seine persönliche Philosophie und beim Schneiden ist man fortlaufend 
mit Entscheidungen konfrontiert, stehen lassen, abschneiden, kürzen ...

Ich konnte diese Arbeit in den Jahren 2009 und 2010 in der Praxis erlernen.
  
Michael Hinterauer
0043 664 123 1923
michael@hinterauer.info

 
Ein Baumschnitt erfolgt idealerweise über einen Zeitraum von 2 bis 5 Jahren.
Je nach Art und Umfang der Arbeiten (ohne Hilfsmittel wie Steiger) kommt
ein Stundensatz von 25 bis 35 Euro zur Verrechnung.


Weitere Information

Hier sehen wir, neben Simone, auch 
zwei wichtige Werkzeuge, 
die Leiter und eine gute Astschere.
 
Am Gesichtausdruck ist zu erkennen ... das kraxeln zwischen
den Ästen ist auch mit Kratz- und Schürfwunden verbunden.
Gute Kleidung ist daher ebenfalls ein MUSS.
 
Weiteres wichtiges Utensil: die Astsäge
Diese sollte scharf und für das Schneiden 
im feuchtem Holz geeignet sein, d.h. nicht jede 
beliebige Säge ist für den Astschnitt geeignet.
 
Hier ein typischer Moosbefall. Moos schadet weder dem Ast noch
dem Baum, denn Moos ist kein Schmarotzer, sondern ernährt sich
 selbst von Wasser, Luft und Licht.
Ursache ist hohe Luftfeuchtigkeit und bildet 
sich gerne an der Nordseite des Baumes.
 
Hier nun eine Flechte. Dies ist eine Symbiose (Lebensgemeinschaft)
 zwischen Alge und Pilz die sich zusammen am Leben halten können. 
Ebenfalls kein Schaden für den Baum.
Flechten wurden früher auch als Färbemittel verwendet.
 
Typische Frucht-/Blatt-Knospe bei Apfel und Birne.
Hier wachsen die Früchte heran.
Während der kleine Pürzel ein "Astauge" ist. 
Statt Astauge kann auch Holzauge als Begriff 
verwendet werden.
Soll nun ein Ast eingekürzt und in eine andere Richtung gelenkt
 werden, kann an der schwarz markierten Stelle der Ast geschnitten
 werden. Das Astauge erhält somit den Impuls sich zu entwickeln.
Dies wird "Ableitung" genannt.
Aus einem Kurztrieb kann ein Langtrieb werden.
Bei Weiden und Eschen wird die Austriebsfähigkeit genutzt um
Ruten und Äste ernten zu können. Dazu wird die Esche/Weide fast
 jährlich gekürzt, treibt neu aus und die starken Triebe stellen
die Ernte dar.
Weide = Kopfweide   -   Esche = Schneitelesche
Hier eine Gruppe Schneiteleschen, gepflanzt ca. 1995 im
Stübener Kräutergarten, Schneiteleschen können weit über
100 Jahre alt werden.
 
Ein recht alter Zwetschgenbaum der bereits geschnitten wurde,
nun aber eher verwahrlost wirkt. 
Es wird neue Luft geschaffen, so kann auch ein alter Baum
neue Äste entwickeln und unter Umständen entwickelt sich
doch noch eine Baumkrone.
 
Hier wurde vor längerer Zeit ein größerer Ast entfernt und
die Wunde mit Baumwachs verschlossen. Diese Art der Behandlung
ist mittlerweile in Diskussion, da sich unter Luftabschluss Pilze
und Bakterien vermehren können, die dem Baum mehr Schaden
als Nützen. Für einen guten natürlichen Wundverschluss kann man
die Ränder noch mit einem Messer schräg anschneiden und
die Schnittstelle mit sehr heißem, flüssigen Bienenwachs verschließen.
 
Die Bäume im Garten des "Freihof Sulz" betreut Simone
schon seit mehreren Jahren.
Hier sind Früchte vom Vorjahr mit Moniliabefall (Pilzerkrankung die
zu Fruchtfäule und/oder Spitzendürre führt), solche Fruchtmumien
 sollten am Baum entfernt und aufgeklaubt werden, da sich der Pilz
 sonst stark ausbreiten kann, der Pilz ist winterhart.
Nach starkem Schnitt, bei Faulstellen und sonstigen Verletzungen
 neigen viele Obstsorten dazu, nochmals stark auszutreiben. Diese so
 genannten Wasserschosse direkt aus dem Stamm oder aus dicken
 Ästen wachsen gerade nach oben und bilden wenig bis kein
 Fruchtholz. Sie werden meist entfernt, da sie den Baum innen füllen
 und somit Licht rauben für die Fruchtreife. Die Neigung zu
 Wasserschossbildung ist auch sortenabhängig.
 
 
Tipps
 
  • Geschnitten werden Bäume nicht, weil diese sonst nicht wachsen oder keine Früchte bringen, sondern weil dadurch die Formierung der Krone, ein gleichmäßiges Wachstum und frührer Fruchtertrag erreicht werden. Dabei stellt man sich immer den natürlich Wuchs des Baumes vor und versucht dieses Bild zu erzielen, vor allem dann, wenn der Baum bereits unsachgemäß geschnitten wurde.
     
  • Der stärkste Trieb ist die Stammverlängerung, die gerade nach oben wächst, der Leittrieb. Vom Leittrieb wachsen die Leitäste in nicht zu spitzem Winkel und bilden das Gerüst für Fruchtäste und -triebe.
  • Der Vorteil einer schlanken Spitze liegt darin, dass das Sonnenlicht in die Krone dringen kann und die unteren Früchte erreicht.
     
  • Hängende Äste werden immer wieder entfernt und die nach oben wachsenden Triebe in die Waagerechte abgeleitet.
     
  • Trauben wachsen immer am einjährigen Holz, das aus dem zweijährigen Holz entspringt. Daher ist dafür Sorge zu tragen, ausreichend zweijähriges Holz zu bilden bzw. zu erhalten.
     
  • Äste die ausgerissen werden können, sollten auch ausgerissen werden, damit wird das Auge mitentfernt und an dieser Stelle wächst kein Ast mehr nach.
     
  • Ränder von Wunden werden mit einem scharfen Messer "geputzt", d.h. sie werden rundum gleichmäßig schräg abgeschnitten, das fördert die Bildung von Wundverschlussgewebe. Ist die Wunde größer als 5 cm, empfiehlt sich ein vorläufiger biologischer Wundverschluss mit reinem Bienenwachs, dieses muss sehr heiß sein und wird mit einem Pinsel aufgetragen. Vor allem bei größeren Schnittmaßnahmen an empfindlichen Steinobstbäumen (Marille, Pfirsich) ist dies zu empfehlen. 
     
  • Steil wachsende Triebe bedingen Blatt- und Triebwachstum, flach wachsende Triebe oder solche die waagrecht gebunden wurden, bilden Kurztriebe mit Fruchtknospen aus, denn die Triebkraft wird gleichmäßig verteilt.
  • Je stärker bei vitalen Bäumen der Rückschnitt ausfällt, desto stärker wird das Triebwachstum gefördert, ein mäßiger Rückschnitt schlägt sich in mehr Fruchtknospen nieder.