Miriam und Thomas Feuerstein, Dornbirn, Eschenau

hinterauer.info


Zurück zum Start

Der Betrieb Wir - das sind mein Mann Thomas, unsere zwei Jungs und ich - bewirtschaften das kleine Anwesen in Dornbirn Eschenau – oberhalb von Dornbirn Gütle – auf ca. 600 m Seehöhe.

Auf unserem Hof leben mit uns 2 Hunde, 2 Katzen, 3 Pferde, eine kleine Herde mit 8 Kamerunschafen, Hasen und mittlerweile noch ca. 50 Rassehühner.

Hier haben wir ein Stück Abgeschiedenheit mit ca. 2 ha Fläche inkl. Mischwald übernommen. Allerdings keine ebene Fläche, sondern alles sehr steile Hanglagen mit unterschiedlichen Ausrichtungen – vom schattigen, feucht bis nassen „Nordhang“ bis zum sonnig trockenen Südhang.

Ich beschäftige mich nun schon seit 2007 intensiv damit, was ich (wir) hier verbessern könnten. Diese Hänge sind die Hauptnahrungsquelle für unsere Schafe, die das ganze Jahr über in Weidehaltung leben (Offenstall mit ganzjährigem Weidegang) und ein kleiner Teil davon dient als zusätzlicher Auslauf für unsere Pferde. Diese sind ebenfalls das ganze Jahr über auf einem Auslauf mit Hackschnitzel und kommen nur zum Schlafen in den Stall. Wir bewirtschaften im „Ebenen“ noch ca. 2 ha Pachtflächen – davon fast alles im Lustenauer Ried – also ebenfalls Feuchtgebiet.
Diese Flächen werden nicht beweidet, sondern ca. 3 x im Jahr gemäht – im Herbst wird gemulcht. Eine kleine Fläche (ca. 2.000 m²) wird 2 x beweidet und 1 x gemäht, im Herbst gemulcht. Wir „erzeugen“ unseren kompletten Grundfutterbedarf selbst. Wenn es das Wetter zulässt, wird aus den ersten beiden Schnitten Heu gemacht, der 3. Schnitt wird als „Heulage“ verpackt.

Verbesserungsansätze, Ideen, laufende Prozesse ... „Sorgenkind Mist“

Unser Sorgenkind war früher immer der anfallende Pferdemist. Da damals die Grundeinstreu Sägemehl darstellte, war das ein vor sich hinfaulender, schwer verrottender Haufen, der irgendwie an den Mann gebracht werden musste.

Dieser Haufen wurde dann an einen Bekannten verschenkt, der ihn unter seine Gülle mischte und dann auf seinen Feldern ausbrachte. Irgendwie war dieser Mist auf jeden Fall immer ein Übel, das man wohl hatte, aber nicht mehr gut loswurde.

Vor zwei Jahren las ich in der Zeitung einen Leserbrief über das Misthaufenproblem der Reitställe. Hier wurde unter anderem betont, dass Sägemehl im Mist saure Böden macht, sehr schlecht verrottet und einfach „MIST“ ist. Daraufhin haben wir unsere Einstreu der Pferdeboxen auf Stroh umgestellt.

Mittlerweile stehen unsere Pferde auf reiner Stroheinstreu – 1-2 Schaufeln grobe Sägespäne pro Tag werden auf die Flächen zwischen gestreut, damit der Harn noch besser aufgenommen und gebunden wird. Wir verwenden nun zusätzlich Urgesteinsmehl in den Stallboxen (direkt auf den Bretterboden – vor der Stroheinstreu). Es ist wirklich unglaublich, wie das Urgesteinsmehl den stechenden Ammoniakgeruch sofort unterdrückt. Das Stallklima wird zusätzlich verbessert.

Auch im Schafstall wird nun jeden Tag Urgesteinsmehl ausgebracht. Somit können wir den Stickstoff und den Geruch sofort binden, und auch eine übermäßige Fliegenpopulation wird unterdrückt. Die Schafe liegen nur auf Stroh und auf den Resten des Heus, das beim Fressen auf den Boden fällt. Hier wird regelmäßig nach Bedarf frisches Stroh drübergestreut, somit bildet sich eine weiche, warme Matte. Sobald die Schafe dann wieder Tag und Nacht auf der Weide verbringen (ab ca. Mitte Mai) und keinen Stallgang mehr haben bis im November (oder besser gesagt, wenn es ihnen das erste Mal auf den Rücken schneit) wird der Stall komplett ausgemistet und eine Mistmiete aufgesetzt – wieder mit Urgesteinsmehl – und abgedeckt.

So kann der Mist „vorverrotten“ bis er im Herbst auf den Boden aufgestreut wird. Das ist allerdings Knochenarbeit, da dieser Hang nicht mit Maschinen befahrbar ist – weil zu steil.

Unsere Hühner verbringen ebenfalls den ganzen Tag im Freien (Sommer und Winter) und sind nur zum Eier legen und Schlafen in ihren Hühnerhäuschen. Auch hier wird Stroh als Einstreu verwendet – zusätzlich streue ich Urgesteinsmehl in die Häuschen. Das fördert die Tiergesundheit und reguliert z. B. Vogelmilben- oder Federlinge-Befall, da diese Milbentiere diesen feinen Staub nicht vertragen (verklebt ihre Atemwege).

Die Hühnerhäuschen werden jeden Morgen ausgemistet, dieser Mist wandert zu unserem Pferdemist. Der wird „gesammelt“ und bei jeder Schicht Urgesteinsmehl aufgestreut. Wir können sogar jetzt schon feststellen, dass deutlich weniger Fliegen auf dem Haufen sind!
 

In Abständen wird dann eine Mistmiete auf offenem Boden aufgesetzt, dazwischen Urgesteinsmehl gestreut und dann mit Kompostvlies abgedeckt. Da im Pferdeauslauf Hackschnitzel als Tretschicht verwendet werden, um den Tieren auch ein angenehmes Wahlen zu ermöglichen, lässt es sich natürlich nicht vermeiden, dass
beim Bollen entfernen auch immer geringe Mengen der Holzschnitzel „mitgehen“, diese Holzstücke sind in der Lage Feuchtigkeit
aufzunehmen
, zu speichern und auch wieder abzugeben. Somit ein weiterer Faktor, der eine bessere Verrottung möglich macht.

Im Herbst wird dann der Mist mit dem Miststreuer ausgebracht und zusätzlich gemulcht. Da der Pferdemist doch eher „gröber“ ist, bietet sich hier das Mulchen gut an, damit eine feine Schicht auf dem Grünland liegt. Somit haben die Bodenlebewesen genug „Nahrung“ für den Winter und der Boden hat eine zusätzliche Schutzschicht vor Frost und Kälte.

 

Resumee Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass unser Mist kein Übel, sondern eine gute Sache ist, dies gilt es noch weiter zu verbessern.