"Von der biologischen Notwendigkeit der Feldhecken"
Zusammenfassung des Artikels von Ing. Helga Wagner
aus der Zeitschrift "Der bäuerliche Pionier", Ausgabe Nr. 4 / 2011, zu bestellen unter 0043 732 67 53 63 oder bei der Fördergemeinschaft für gesundes Bauerntum

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Rudolf Steiner
Vortrag im Jahr 1924: "In der Natur, im Weltwesen überhaupt, steht alles in Wechselwirkung miteinander. Es wirkt immer das Eine auf das Andere." Die Idee vom Lebendigen als Organismus war damit geboren.
 
Er betonte den Organismus Bauernhof hineingestellt in den Organismus Landschaft und diese hineingestellt in den Organismus Welt.
Für das Zusammenwirken und damit das Eingepflanztsein ist auch die Erhaltung und Pflanzung von neuen Gehölzen erforderlich.
  
Historie Heckenlandschaften sind in unseren Regionen uralt und hatten vielfältige Aufgaben:
  • Schutzzaun für Siedlungen
  • Viehweidezaun
  • Schutz gegen Wild
  • Holzlieferant
  • Laubheu als Viehfutter
  • Früchte als Teil der Nahrung
  • Für Heilmittel

Mit Fortschritt der maschinellen Landwirtschaft, für eine leichtere Bearbeitung, und auch als Räuber der Nährstoffe im Mutterboden wurden die Heckenlandschaften entfernt.

Mit Dr. Alwin Seifert, dem Begrüner der deutschen Autobahnen, bekamen wenigstens dort die Heckenlandschaften wieder ihren Raum.

Mittlerweile werden an vielen Orten die Heckenlandschaften wieder hergestellt und das Anlegen sogar gefördert.

 

Vorteile Heckenlandschaften erfüllen auch heute noch wichtige Aufgaben:

Windschutz: Hecken vermögen die untersten Schichten derart zu bremsen, dass der Ertrag im Gemüseanbau auf das 3fache steigen kann.

Bodenfeuchtigkeit: Geht der Wind frei über ungeschützte Stellen so steigt die Verdunstung der Feuchtigkeit im Boden an. Auch fällt der Tau nur in ruhiger Luft.

Kohlensäure: Die Ausatmung des Mutterbodens wird ohne Windschutz hinweg geblasen und steht somit den Pflanzen zur Aufnahme nicht mehr zur Verfügung - ein Verlust an natürlicher organischer Düngung.

Nützlinge: Hecken sind die Heimat der Nützlinge - Igel, Wiesel, Singvögel und in höheren Bäumen auch Bussard und Falke. Schädlinge wie Feldmäuse, Wühlmäuse, Maikäfer, Heuschrecken und Maulwurfsgrillen leben nicht in den Hecken. Die Freibrüter, als größte Isektenvertilger, fliegen aber nicht weiter als 50 m über freies Feld.

Ackerunkräuter: Diese sind Lichtpflanzen und gedeihen niemals im Gehölz.

 

 
Landschaftsbild
: Eine riesige Weidefläche oder ein blühendes Meer von Sonnenblumen bis an den Horizont mag seine Faszination haben, aber noch ist unsere Vorstellung von gesundem Land von Bächlein, Hecken und Baumgruppen geprägt die diese Landschaften unterbrechen und unterteilen, diesen Anblick sollten wir uns bewahren.
 

 

Anlage von Hecken-landschaften Die Bepflanzung erfolgt 3-7reihig, man rechnet 1 Pflanze pro m2 bei guten Böden und windgeschützt, 2-4 Pflanzen bei minderer Bodenqualität und windanfälligen Lagen. Die Streifen werden gepflügt und zu einem Mittelstreifen zusammen gepflügt - so entsteht ein kleiner Wall der sich rascher erwärmt und das Wachstum gefördert wird.
Beim Pflanzen werden die Wurzel eingekürzt, dies verbessert das Anwachsen. Zur Pflege des Walls evtl. in den ersten Jahren 1-2 x ausmähen.

Neben Bäumen unterschiedlicher Höhe hier eine Liste der Sträucher die für Bepflanzungen aller Art geeignet sind:

  • Kornelkirsche
  • Hartriegel
  • Haselnuß
  • Weißdorn
  • Pfaffenhütchen
  • Rainweide
  • Heckenkirsche
  • Kreuzdorn
  • Hundsrose
  • Holunder
  • Wolliger Schneeball

 

Für feuchte Lagen:

  • Faulbaum
  • Wasserschneeball

 

Für trockene Lagen:

  • Schlehdorn
  • Sanddorn