Das Leben und die Aufgaben des Regenwurms

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  Der Regenwurm


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Eine Bauernweisheit sagt: „Der liebe Gott weiß, wie man fruchtbare Erde macht, und er hat sein Geheimnis den Regenwürmern anvertraut.“

Er macht Röhren, er bohrt sich durch die Erde und frisst dabei Bakterien, Pilze und Pflanzenreste. Pflanzenreste holt er sich auch direkt vom Boden in seine Röhren hinein, frisst sie sofort oder lässt sie noch etwas verrotten. 
Er mag lockeren Boden ist aber auch in verdichtetem Boden zu finden und sorgt damit für eine Auflockerung und Durchmischung des Bodens.

Die Röhren tapeziert er mit seinem Kot, so kann er sich schneller darin bewegen.
Sein Kot ist vor allem im Frühling auch auf der Erde zu finden, dieser ist sehr wertvoll, da er eine Mischung von verdauten Pflanzenresten, Bakterien, Pilzen und Mineralien ist, er hat sogar einen Namen: Wurmhumus 
So mineralisiert der Regenwurm unseren Boden, bringt also die Mineralien in den oberen Boden die von den Pflanzen (z.B. Gemüse und Kräutern) aufgebraucht werden.

Der Regenwurm macht den Boden lockerer, durch seine Gänge gelangt Luft für die Bakterien in den Boden und auch Regenwasser.
In seinen Röhren wachsen gerne die Wurzeln von Pflanzen, die Röhren sind ausgekleidet mit nährstoffreichem Kot, gefüllt mit Wasser und Luft und dadurch kommen die Wurzeln auch im härteren Boden schneller voran.

Es gibt viele Arten von Regenwürmern, am bekanntesten sind der normale braune Regenwurm und der rötliche kleinere Kompostwurm, einige Arten leben tief in der Erde und kommen nur sehr selten bis nach oben. 
Er macht eine Winterpause, aber nur dort wo es sehr kalt ist, sonst arbeitet er durch … und macht lieber eine Sommerpause, denn große Hitze und Trockenheit im Sommer mag er eben so wenig wie Frost und Wassermangel im Winter.

Der normale Regenwurm kann über 10 Jahre alt werden und hat nur wenig Nachwuchs (schlüpft im Frühling), daher sollte man ihn nicht geringschätzig behandeln, sondern so rasch wie möglich wieder mit lockerer Erde bedecken oder unter Laub legen.
Der Regenwurm ist sehr sonnenempfindlich. Da seine Haut rasch verbrennt, verschließen sich seine Atmungsöffnungen und er erstickt auch noch dann, wenn er es zurück bis in den Boden schafft.

In einem gesunden Boden stecken bis zu 200 Regenwürmer je m2 und je Hektar (100 x 100 m) gesundem Boden bringt der Regenwurm über 20 Tonnen Humus auf die Erde.

Heutzutage ist die Gülle auf den Wiesen der größte Feind des Regenwurms, denn Gülle die falsch aufbereitet ist, oder auch einfach zu viel Gülle, kann seine Haut schädigen und er erstickt dadurch im Boden, weil seine Atmungsöffnungen verätzt werden.
 
Auch fehlen auf Wiesen und in Hausgärten häufig Reste von Pflanzen die er sich von der Oberfläche holen kann, daher wäre es nützlich ab und an den Rasen 2 x nach einander zu mähen und den zweiten kürzeren Schnitt einfach liegen zu lassen. Mein persönlicher Wunsch wäre sogar eine wilde Ecke in jedem Hausgarten – diese Ecke wird nur 1 oder 2 x im Jahr gemäht, holziges wird ausgerissen oder abgeräumt und den Rest einfach liegen lassen.