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Homöopathie und Wasser

 
Kurios ! 
 
In meinen Kursen in denen ich Verarbeitungsmöglichkeiten für Kräuter darlege kommt das Thema natürlich auch auf die Homöopathie, irgendwann, und da hatte ich bislang das Beispiel von der Fallenberg-Quelle (wo mein Trinkwasser herkommt) genannt und dass ich ganz bestimmt täglich Schachtelhalm-Tinktur trinke oder Fichtennadel oder Moos oder Goldrute oder toter Hirsch … Kritiker meinen der Vergleich hinkt etwas, doch ebenso hinken wiederum Argumente der Kritiker.
 
Meine Erkenntnis bislang:

  • Ein guter Homöopath heilt durch Worte.

  • Ein verantwortungsbewusster Heilpraktiker arbeitet MIT einem Arzt 
    und nicht gegen einen Arzt. 

 

In diesem Zusammenhang nun ein kleine Zusammenfassung von interessanten Aspekten und Gedanken die sich Andere zu diesem Thema gemacht haben, lesenswert und diskutierbar, aber vor allem ein Anreiz zum Nachdenken. Viel Vergnügen !

Einleitung:
Für alle die es nicht wissen:
Potenz D23 ist eine Verdünnung von 1 Tropfen Ur-Tinktur auf die Wassermassen des Mittelmeeres, davon werden dann 10 ml in die Tropf-Flasche gefüllt, tropfenweise verabreicht oder Unmengen von Globulis benetzt. Ab einer Potenz D17 ist kein einziges Molekül der Ur-Tinktur mehr in der homöopathischen Zubereitung nachweisbar.
 
D23 wird hergestellt in dem die Ur-Tinktur (meist ein alkoholischer Auszug) 1:10 mit einem Alkoholgemisch verdünnt und verschüttelt wird (10 x schütteln), dann wird diese Verschüttelung wiederum 1:10 vermischt und das ganze 23 x wiederholt. Als Ur-Tinktur bezeichnet man einen Wirkstoffauszug der üblicherweise 1:1 angesetzt wurde.
Eine C-Potenz wird hergestellt in dem die Verdünnung 1:100 beträgt.
  
Im deutschen Sprachraum wird vor der Anwendung von C-Potenzen durch Laien wegen ihrer starken Wirkung gewarnt, in Frankreich sind die C-Potenzen Teil der homöopathischen Hausapotheke (also für Jedermann mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit ...). 
 
Wegen dieser hohen Verdünnung der homöopathischen Mittel können auch die giftigsten Wirkstoffe dem Menschen verabreicht werden.
 
Schon im 19. Jahrhundert erlangte die Homöopathie einen schlechten Ruf. 1851 bezeichnete der Mediziner Robert Mortimer Glover sie als die schlimmste Art von Quacksalberei, die es je gab und vermutlich je geben würde.
Bis heute existiert weder ein formaler, reproduzierbarer Nachweis noch eine akzeptable naturwissenschaftliche Begründung für eine Wirksamkeit der Homöopathie, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Sie wird deshalb von dem Großteil der wissenschaftlichen Medizin als wirkungslose, in einigen Fällen sogar gefährliche Behandlung abgelehnt.

Was ist ein Placebo-Effekt:
Dazu das Beispiel, Patienten werden in 2 Gruppen geteilt, die eine Gruppe bekommt ein wirksames Medikament und die andere Gruppe eine Verabreichung ohne Wirkstoffe (=Placebo), keiner der Patienten weiß in welcher Gruppe er ist. Nach Ablauf der Therapie wird untersucht ob in der Gruppe mit den Wirkstoffen mehr Patienten eine Verbesserung ihres Leidens angeben (oder bei Untersuchung festgestellt werden kann) als in der Gruppe mit den Placebos. Das Medikament muss wirksamer sein als das Placebo (> 30 %). 
Diesen Beweis konnte die Homöopathie bis heute nicht erbringen, Homöopathie hat die Wirksamkeit von Placebos - also die Wirksamkeit einer Behandlung mit Schein-Medikamenten. 
Positiv-Kritiker meinen dazu: "Immerhin werden bis zu 30 % der Patienten ohne gefährliche Medikamente mit Nebenwirkungen geheilt".

Warum "gefährliche" Behandlung:
Wenn ein Patient behandelt wird durch Nicht-Mediziner (Hobby-Homöopathen und Heilpraktiker) kann die Schwere einer Krankheit oder deren Veränderung, bis hin zur lebensbedrohlichen Veränderung, übersehen werden oder eine Erkrankung auch gänzlich falsch eingeschätzt werden. Auch können Erkrankungen die mit Schein-Medikamenten behandelt werden entgleisen und zu schwerwiegenden Erkrankungen oder gar bleibenden Schäden führen. 
Es wird zwar gerne und häufig über wundersame Heilung durch Homöopathie berichtet, Fehlschläge werden jedoch unter den Tisch gekehrt, wie z.B. in meinem Bekanntenkreis ein Kleinkind mit wiederkehrender Mittelohrentzündung, welche rein Homöopathisch behandelt wurde und zu einem lebenslangen Hörschaden führte - die Mutter wurde darauf erst aufmerksam, weil das Kind auch mit 3 Jahren noch nicht altersentsprechend sprechen konnte - Ursache ? Kann ein Kind die Worte nicht hören, kann es auch nicht auf normalem Wege das Sprechen erlernen.
 
 
Was gerne verschwiegen wird:

In etwa 100 unabhängigen Studien konnte kein Nachweis für eine Wirksamkeit der Homöopathie erbracht werden. Eine Studie aus dem Jahr 2003, die angeblich einen empirischen Nachweis der Wirksamkeit hochpotenzierter Homöopathika geliefert hatte, wurde Ende 2005 zurückgezogen. Ein Forschungspreis, der den Forschern der Apothekerin Franziska Schmidt und den Pharmakologen Karen Nieber und Wolfgang Süß zugesprochen worden war, wurde zurückgegeben. Der Chemiker Klaus Keck (Konstanz), der Mathematiker Gerhard Bruhn (Darmstadt) und der Geophysiker Erhard Wielandt (Stuttgart) hatten zuvor öffentlich bemängelt, dass die Ergebnisse der Studie „nicht auf objektiven Messungen, sondern auf vorurteils- und methodisch bedingten Messfehlern“ beruhten. Selbst erklärte Befürworter der Homöopathie haben diese Fehler bestätigt.

 
 
Wie soll ein Wirkstoff seine Aufgabe erfüllen, der tatsächlich derart verdünnt wurde, dass sogar mit mordernsten Mitteln nicht einmal ein Molekül davon nachweisbar ist ?

"Seitens der Homöopathen gibt es Spekulationen, dass eine Wirkung durch im Wasser „gespeicherte“ Information eintritt. Wirkstoffe sollen beispielsweise "Abdrücke" in Wasserverbindungen hinterlassen, die dann an andere Wasserverbindungen weitergegeben werden. Für diese Theorien gibt es jedoch keine Grundlage und angebliche Durchbrüche auf diesem Gebiet konnten nicht reproduziert werden. Wenn diese Informationsspeicherung funktioniert, dann stellt sich die Frage, wie lange eine solche Speicherung erhalten bleibt ? 
Sind die "
Abdrücke" stabil, dann muss das Wasser vor der Verwendung gereinigt werden, denn sonst würde es noch alte Informationen enthalten. Falls sie nicht stabil sind, würde eine homöopathische Arznei schnell unwirksam. Was mit diesen "Abdrücke" nach der Einnahme durch den Patienten geschieht, bleibt dann aber der reinen Phantasie überlassen. Die Theorie der "Abdrücke
" kann jedenfalls die Wirkung homöopathischer Mittel in ungelöster Form (Globuli) nicht erklären und bleibt als generelle Erklärung nicht ausreichend." 
 
 
Gibt es sauberes Wasser ?

Da die Herstellung der homöopathischen Arzneien üblicherweise nicht in einem keim- und staubgefilterten Reinraum durchgeführt wird, muss angenommen werden, dass im Verdünnungsprozess, etwa beim Öffnen des Mischgefäßes und der Zugabe von Verdünnungslösung, die Konzentration der Wirksubstanz zwar abnimmt, aus der Luft aber Verunreinigungen hinzukommen. Dies bewirkt, dass schließlich in den hochpotenzierten Präparaten außer der Trägersubstanz (Wasser, Ethanol oder Milchzucker) nur die Verunreinigung der Trägersubstanzen (alle drei enthalten metallische Verunreinigungen) und die Verunreinigungen aus der Umgebung enthalten sind. Auch die besten Filtrierverfahren lassen manchmal mehr Reststoffe im Wasser zurück, als sich homöopathische Wirkstoffe darin befinden. Somit kann eine Stoff-Wirkungsrelation nicht vernünftig untersucht werden.
 
So ist fraglich, warum nur die gewünschten Eigenschaften eines jeweiligen Stoffes durch eine „Potenzierung“ ihre Wirkung verstärken und nicht auch die unerwünschten Nebenwirkungen bzw. die Wirkungen und Nebenwirkungen all der anderen Spurenelemente, Reststoffe etc., die sich außerdem noch im Alkohol/Wasser oder im Gefäß befunden haben.
 
Ein weiteres Beispiel zu den verunreinigenden Reststoffen im Wasser wurde im Nachgang des Leipziger Skandals 2003 von Wissenschaftlern als Gedankenexperiment errechnet: 
Wenn auch nur eine einzige Tollkirsche in einen Bach fällt, dessen Wasser in die Leipziger Trinkwasserversorgung führt (34 Millionen m3 Jahresverbrauch), dann würde dies zu einer Atropinkonzentration im Trink-/Brauchwasser von D17 führen. Dies bedeutet, dass es methodisch gar nicht möglich ist, größere Atropin-Verdünnungen als D17 herzustellen, weil das homöopathische Heilmittel bereits mit D17-Atropin-Wasser hergestellt wird. Selbst das reinste auf der Welt herstellbare destillierte Wasser enthält immer noch einige Moleküle fast aller häufigeren Elemente und zahlreicher chemischer Verbindungen als Verunreinigungen. Da sich in hochpotenzierten Homöopathika jedoch rein mathematisch gar keine Moleküle der Ausgangssubstanz befinden dürften, ist diese Konzentration an Verunreinigungen im fertigen Medikament in jedem Falle höher als die des Homöopathikums, denn durch die Luft gelangen solche Verunreinigungen bei jeder Potenzierung in die Lösung.


Kompliziert ?
Einfacher erklärt - das reinste Wasser ist nie rein, sondern enthält immer noch nachweisbare Verunreinigungen. In einer homöopathischen Verdünnung ab D17 ist jedoch kein einziges Molekül der homöopathischen Ur-Tinktur mehr nachweisbar. Daraus folgt: Beim homöopathischen Medikament ab D17 überwiegt die Information der Verunreinigungen die Information aus der Ur-Tinktur.
 
 
Weiters:
 
Zitat aus Hahnemanns Organon, nach diesem muss ein Homöopath alle seine Mittel selber überreichen, aber nicht nur das, er muss sie auch selber herstellen. Ähem, so werden die Paragrafen eben ausgelegt wie man sie grad braucht … auch in diesem Bereich. 
 
§ 264
Der wahre Heilkünstler muß die vollkräftigsten, ächtesten Arzneien in seiner Hand haben, um sich auf ihre Heilkraft verlassen zu können, er muß sie seIbst nach ihrer Aechtheit kennen .

§ 265
Es ist Gewissenssache für ihn, in jedem Falle untrüglich überzeugt zu sein, daß der Kranke jederzeit die rechte Arznei einnehme, und deßhalb muß er die richtig gewählte Arznei dem Kranken aus seinen eignen Händen geben, auch sie selbst zubereiten.

  


Abschließend: 
Letztlich bauen auf das homöopathische Prinzip weitere Methoden auf 
wie z.B. Schüssler-Salze, Bachblüten und andere … 
 
 
Es ist ein längeres Thema. Ich beschäftige mich schon seit ca. 1995 mit diesen Themen.
Nach meiner Überzeugung sind Behandlungen mit homöopathischen Mitteln die nicht aus der Hand eines Arztes oder Apothekers kommen ein nicht einschätzbares Risiko fehlender Behandlung. Nur wenn ein Arzt oder Apotheker einer alternativen Behandlung zustimmt ist diese auch sinnvoll. 
In Österreich ist es einem Heilpraktiker nach wie vor nicht erlaubt eine Diagnose zu stellen oder zu therapieren - und das ist auch gut so ! Nach meiner Auffassung muss ein Heilpraktiker die Ausbildung als Dr.med. erfolgreich abschließen und sich danach der alternativen Medizin zuwenden.
Auch Hahnemann war ein Dr.med. seiner Zeit.
 

Quellen: 

http://de.wikipedia.org/wiki/Potenzieren_(Homöopathie)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie#Kritikpunkte

http://www.homeoint.org/books4/organon/

http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo
 
 
  

 

Michael Hinterauer
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